„War eine Katastrophe“: ESC Haßfurt schießt Waldkirchen aus der Halle und feiert perfektes Wochenende
Die Hawks schlagen nach Mitterteich auch die Crocodiles und holen sich in der Eishockey-Landesliga Rang zwei zurück. Vaclav Adamec beeindruckt mit acht Scorerpunkten.
ESC Haßfurt – ESV Waldkirchen 9:2 (5:1, 2:0, 2:1)
Diese Klatsche hatte sich abgezeichnet. Als sich die Hawks des ESC Haßfurt am Sonntagabend mit dem knappen 3:2-Sieg gegen Mitterteich im Rücken zum Warmmachen aufs Eis begaben, sahen sie nicht viel. Gerade einmal mit zwei Reihen und zwei Extras waren die Karoli Crocodiles aus dem 330 Kilometer entfernten Waldkirchen zu diesem Landesliga-Duell angereist. Die leer gebliebenen Plätze im Bus konnten die Krokodile für die Heimfahrt beinahe mit Gegentoren auffüllen, 9:2 hieß es nach 60 Minuten im Stadion am Großen Anger.
„Wir hatten heute nur zwei gelernte Verteidiger dabei, das wird dann natürlich schwierig. Unser erstes Drittel war eine Katastrophe, das geht so nicht“, sagte Gästecoach Roman Schreyer hinterher. „Man kann nicht nach Haßfurt fahren und denken, 70 Prozent reichen. Ein bisschen muss ich die Beine schon bewegen. Das haben wir nicht gemacht.“
Déjà-vu zum Spielbeginn
Dabei erwischten seine Niederbayern einen ebenso perfekten Start wie Anfang Dezember, als sie nach 20 Minuten in Haßfurt mit 5:0 in Führung gelegen waren. Einen Fehlpass von Haßfurts Robin Sticha im eigenen Drittel direkt in die Kelle des Gegners nutzte Zachary Brydges mit der Rückhand zum schnellen Führungstreffer der Gäste. „Ich habe mich sofort an das Spiel vor ein paar Wochen erinnert“, gab ESC-Trainer Milan Mazanec zu.
Doch Sorgen machen brauchte er sich keine. Denn die Hawks reagierten umgehend, drehten das Spiel mit einem abgefälschten Schlagschuss von der blauen Linie und einem Nachgestochere am gegnerischen Tor binnen vier Minuten. „Das waren keine schönen Tore, aber es waren wichtige Tore“, meinte Mazanec, der weiter lobte: „Die Jungs haben das aufs Eis gebracht, was wir uns vorgenommen haben: schnelle Forechecks, kontrolliertes Angriffsspiel.“
Luca Terhar bekommt Eiszeit im Tor
Die Waldkirchener Rumpftruppe ging gnadenlos unter, lag nach dem ersten Abschnitt mit 1:5 zurück, kam im Mitteldrittel aufgrund zweier ungenutzter Überzahlsituation der Hawks sowie eines Pfostentreffers von Jan Zedek mit zwei Gegentoren noch glimpflich davon. Vaclav Adamec, der schon gegen Mitterteich doppelt gepunktet hatte, überragte mit drei Toren und drei Assists, Michael Stach sowie Filip Strombach kamen auf je fünf Scorerpunkte.
Die Lage für Waldkirchen war so aussichtslos, dass Mazanec im Schlussdrittel vermehrt den Nachwuchs aufs Eis schickte und für die acht letzten Minuten gar seinen Goalie tauschte, Max Schmidt machte Platz für Luca Terhar. „Es hat mich gefreut, dass ich der ganzen Spielerbank Eiszeit geben konnte. Das sind wichtige Erfahrungen für die Zukunft“, so Mazanec. Wichtig für das Hier und Jetzt: Der ESC Haßfurt zieht dank der beiden Siege vorbei an Pegnitz auf Rang zwei der Landesliga-Tabelle.
ESC Haßfurt – ESV Waldkirchen 9:2 (5:1, 2:0, 2:1)
Schiedsrichter: L. Knapp/N. Zwingel. Zuschauende: 481. Tore: 0:1 (2.) Zachary Brydges, 1:1 (3.) Michael Stach (Strombach, Adamec), 2:1 (6.) Vaclav Adamec (Strombach, Stach), 3:1 (7.) Filip Strombach (Pribyl, Stach), 4:1 (17.) Tomas Pribyl (Adamec, Kuraksin), 5:1 Jano Krimmel (Meier, Marx), 6:1 (31.) Filip Strombach (Stach, Adamec), 7:1 (40.) Vaclav Adamec (Stach, Zedek), 8:1 (42.) Vaclav Adamec (Strombach, Kuraksin), 9:1 (45.) Michael Breyer (Krimmel, Pribyl), 9:2 Jakub Pluhar (Brunner, Seidl). Strafminuten: 8/10.
ESC Haßfurt – EHC Mitterteich 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)
Schiedsrichter: A. Feist/D. Sonnenberg. Zuschauende: 502. Tore: 1:0 (15.) Jan Zedek (Pribyl, Adamec), 2:0 (16.) Christian Dietrich (Britsch, Hartl), 3:0 (28.) Zedek (Adamec, Strombach), 3:1 (40.) Lukas Zellner (Schwarz, Köbele), 3:2 (53.) Marius Schmidt (Köbele, Schopper). Strafminuten: 14/43.
Text: Felix Mock
Bild: Ralf Naumann