Haßfurt Hawks surfen weiter auf ihrer aktuellen Erfolgswelle
„Wölfe geben niemals auf“, stand auf ihren Trikots. Dass die Spieler des VER Selb 1b tatsächlich vom Eröffnungsbully, ausgeführt vom langjährigen ERC-Star John Jaros auf Besuch an alter Wirkungsstätte, bis zur Schlusssirene alles gaben, war unbestritten. Doch dies langte am Sonntagabend bei ihrem zweiten Gastaufritt in Haßfurt bei Weitem nicht. Im Gegenteil: Sie mussten sich den Hawks erneut zweistellig geschlagen geben.
„Im ersten Drittel konnten wir noch ein bisschen mehr dagegenhalten. Es war da nur 2:0. Dann hat das Spiel so seinen Lauf genommen“, fasste VER-Trainer Herbert Geisberger die einseitige Partie zusammen. Wahrlich wurde die Erwartung der 381 Zuschauenden, die aufgrund des 14:1-Erfolges im ersten Aufeinandertreffen erneut mit einem deutlichen Sieg rechneten, im eiskalten Stadion Am Großen Anger erst nach dem ersten Seitenwechsel so richtig erfüllt. „Am Anfang war es nicht so klar. Wir mussten vor allem geduldig spielen“, gab auch Haßfurts Trainer Milan Mazanec seinem Selber Kollegen recht, dass die Gegenwehr des lediglich mit elf Feldspielern angereisten Tabellenschlusslichts noch groß war. Aber nachdem der berühmte Knoten mit dem 1:0 durch Toptorjäger Vaclav Adamec (14.) und dem Premierentor von Alexander Stahl (18.) geplatzt war, schraubten die Hausherren das Ergebnis in den beiden folgenden 5:0-Dritteln bis auf 12:0 in die Höhe. Die Oberfranken bemühten sich mit ihren bescheidenen Mitteln zwar bis zuletzt um Schadensbegrenzung, hatten den auch personell wesentlich besser besetzten Hawks letztlich jedoch nichts entgegenzusetzen. Personell, nachdem Mazanec auch mehrere Spieler eingesetzt hat, die sonst eher in der „EinsB“ oder den U20-Junioren zum Einsatz kommen. Wie etwa Noah Endres, Sportvorstands-Sohn Marco Terhar oder Tiago Schmauser, der mit zwei Toren zum 4:0 und 6:0 (31./34.) aufhorchen ließ. „Das war für mich wichtig, dass wir wieder einmal mit den Jungen spielen, die auch bei Überzahl- oder Unterzahl auf dem Eis waren“, freute sich der Tscheche. Ebenso über das Abschneiden der letzten Wochen mit den Heimsiegen gegen Mitterteich und Waldkirchen sowie vor allem den Auswärtserfolgen in Trostberg und in Pegnitz. „Wir sind aktuell auf einer Siegeswelle. Da wäre es natürlich blöd, ausgerechnet gegen einen krassen Außenseiter Punkte zu verlieren. Gott sei Dank haben wir es heute geschafft.“
Verzichten musste Mazanec wie schon in den vergangenen Begegnungen wieder auf Neuzugang Leon Hartl, der erst Anfang Dezember von den Mighty Dogs Schweinfurt zum Landesligisten nach Haßfurt wechselte. Der 24-Jährige, der sich im Training nach einem Schuss einen Finger gebrochen hat und noch mehrere Wochen pausieren muss, konnte den 12.0-Kantersieg seiner Teamkollegen von der Bande aus nur „schwer einordnen. Selb war heute einfach nur mit wenigen Leuten hier. Sie konnten kaum dagegenhalten. Die sind alle platt. Es ist schwer, ein Fazit zu ziehen. Wenn wir alle unsere Chancen nutzten, dann schaut es hier noch deutlicher aus“, gab es deshalb auch anerkennende Worte für am Ende hoffnungslos unterlegene Gäste: „Sie haben auf jeden Fall alles gegeben, was sie können.“
ESC Haßfurt – VER Selb 1b 12:0 (2:0, 5:0, 5:0)
Schiedsrichter: O. Engmann (M. Gerth/D. Reimann). Zuschauende: 381. Tore: 1:0 (14.) Vaclav Adamec (Jan Zedek, Filip Strombach) 5-4, 2:0 (18.) Alexander Stahl (Tomas Pribyl, Adamec), 3:0 (22.) Strombach (Pribyl, Adamec), 4:0 (31.) Tiago Schmauser (Christian Dietrich, Marco Terhar), 5:0 (33.) Michael Stach (Adamec, Strombach), 6:0 (34.) Schmauser (Dietrich, Zedek), 7:0 (35.) Strombach (Adamec, Nicolas Hetzel), 8:0 (45.) Mark Meier (Zedek, Lucas-Andreas Thebus), 9:0 (47.) Stach (Pribyl), 10:0 (56.) Strombach (Adamec, Stach), 11:0 (56.) Michael Breyer (Jano Krimmel, Meier), 12:0 (59.) Stach (Pribyl, Adamec). Strafminuten: 4/12.
Text und Bilder: Ralf Naumann