Wenn Leistungsträger keine Leistung bringen
Milan Mazanec war sauer. Richtig sauer. Und seine Unzufriedenheit brachte der Trainer der Haßfurt Hawks nach der Schlusssirene auch zum Ausdruck. „Der größte Unterschied war, dass die Pegnitzer Leistungsträger heute wirklich eine gute Leistung gebracht haben. Unsere dagegen heute gar nichts.“ Tatsache ist: Seine Mannschaft kam im Unter-/Oberfrankenderby gegen die „Ice Dogs“ am Sonntagabend mit 0:6 mächtig unter die Räder.
Nichts wurde es also mit der möglichen Vorentscheidung im Kampf um den zweiten Tabellenplatz in der Vorrunde. Im Gegenteil. Der Endspurt wird diesbezüglich jetzt richtig spannend. Derweil wurden die 662 Fans im Stadion Am Großen Anger wieder schmerzlich an die 0:5-Klatsche vor gut einem Jahr erinnert. „Haßfurt kann froh sein, dass sie heute den Nicolas im Tor hatten, weil es sonst noch höher für uns hätte ausgehen können“, bilanzierte EVP-Angreifer Michael Breyer damals. Und diesmal, wo er nach seinem Wechsel zu den Hawks im Sommer mit diesen eine noch deutlichere Niederlage hinnehmen musste? „Ein furchtbares letztes Drittel. Wir haben uns natürlich viel mehr vorgenommen, wollten selbst ein schnelles Tor schießen und dann sowas“, ärgerte sich der 29-Jährige sehr. Was war bis dahin passiert? Eigentlich noch nichts hochdramatisches, denn jeweils nur einen Gegentreffer pro Drittel in einem bis dato offenen Schlagabtausch zu kassieren ist zwar ärgerlich, aber durchaus zu korrigieren. So aber waren die – und das muss man ihnen zu Gute halten – stets um eigene Tore bemühten Hawks zurück auf dem Eis und kassierten nach gespielten 20 Sekunden im Schlussdrittel durch Haßfurt-Schreck Roman Navarra das 0:3 (41.). „Danach mussten wir natürlich ein bisschen aufmachen. Am Ende 0:6. Sicherlich das ein oder andere Tor zu hoch“, sagte Breyer und fügte hinzu: „Wir wussten ganz genau, was auf uns zukommt. Aber wir haben unsere Taktik heute nicht umgesetzt.“
„Das war ein hochverdienter Sieg für Pegnitz, gratulierte unterdessen Milan Mazanec auch seinem Gegenüber Sascha Grögor für die gelungene Revanche nach dem letzten 5:6-Sieg der Hawks in Pegnitz. „Vielleicht“, suchte der Tscheche nach einem Grund, „waren wir am Anfang ein wenig übermotiviert oder nervös. Es haben keine Pässe geklappt. Aber nochmals: der Unterschied waren die Leistungsträger des Gegners, die ihre Leistung gebracht haben.“ Vielleicht kam diese Klatsche noch rechtzeitig nach zuvor acht Siegen. „Wir nehmen diese Pleite lieber jetzt, als in den Playoffs“, will Michael Breyer das Spiel jedenfalls so schnell wie möglich wieder abhaken und nach vorne schauen.
Bemerkung am Rande: Nicolas Hetzel wurde trotz seiner sechs Gegentore zum „Spieler des Abends“ auf Seiten der Haßfurter gewählt. Wie vor einem Jahr. Und auf diese Auszeichnung hätte er wohl liebend gerne wieder verzichtet.
ESC Haßfurt – EV Pegnitz 0:6 (0:1, 0:1, 0:4)
Tore: 0:1 (4.) Ales Furch (Mirco Schreyer), 0:2 (21.) Luca Schönauer (Roman Navarra, Furch), 0:3 (41.) Navarra (Schreyer, Furch), 0:4 (43.) Furch (Schreyer, Navarra) 4-3, 0:5 (45.) Navarra (Furch, Schreyer), 0:6 (56.) Stephan Hagen (Sydney Kübler, Maciej Postek). Schiedsrichter: O. Engmann/P. Bösl. Zuschauende: 662. Strafminuten: 6/12.
Nach einer gut zweiwöchigen Pause bestreiten die Hawks am übernächsten Wochenende dann ihre letzten beiden Auswärtspartien der Vorrunde. Am 6. Februar geht es zu den Eispiraten beim Spitzenreiter in Dorfen, am 8. Februar wartet dann der EHC Straubing,bevor am 13. Februar der EV Moosburg zu Gast am Grossen Anger ist. Das abgesagte Spiel gegen Mitterteich wird am 15. Februar nachgeholt.
Text und Bilder: Ralf Naumann