Klares Ziel: Finalserie gegen Dorfen ausgleichen und Selbstvertrauen tanken
„Es macht uns Hoffnung“, sagte Milan Mazanec. Und was genau? Der Hawks Trainer meint die Auftaktniederlage seiner Mannschaft in der Eishockeylandesliga-Finalserie beim ESC Dorfen vor einigen Tagen. Besser gesagt, die Art und Weise, wie die 6:3-Niederlage zustande kam. Mazanec hat ein gutes Gefühl, beim Rückspiel am Freitagabend (19.30 Uhr) vor eigenen Fans im Stadion Am Großen Anger „etwas zu erreichen“ – nämlich den 1:1-Ausgleich in der Best-of-5-Finalserie.
Sein Optimismus für ein erfolgreiches Abschneiden, was zugleich ein zweites Heimspiel am Donnerstag, 2. April garantieren würde, beruht auf der Tatsache, dass sich die Eispiraten nicht als unschlagbar erwiesen haben und sich beide Kontrahenten trotz des Fehlens des Abwehr-Duos Tomas Pribyl und Jan Zedek (beide sollten wieder an Bord sein) „ein Spiel auf Augenhöhe“ (so ESC-Kapitän Christian Dietrich) lieferten. Mit einem großen Manko, welches es nun abzustellen gilt: Die Haßfurter Puckjäger standen sich letztlich selbst im Weg und scheiterten in erster Linie aufgrund der mangelhaften Verwertung ihrer Tormöglichkeiten. Und davon hatten sie letztlich mehr, als die Hausherren. „Wir müssen halt kämpfen und unsere Chancen konsequent nutzen“, lautet deshalb sein ganz einfaches Erfolgsrezept für Partie Nummer 2. Ebenso versprüht Frank Terhar Optimismus für den ersten „Showdown“ am Freitag. „Wir holen einen Sieg“, hat er angesichts des Spielverlaufes in Dorfen ein gutes Gefühl, das die Oberbayern nach der Schlusssirene in die Knie gezwungen wurden. „Das ist absolut drin. Und“, fügt er hinzu, „wenn wir wieder vollzählig sind, glaube ich, dass wir richtig gute Chancen haben.
Derweil dürfen sich die Hawks auf die lautstarke Unterstützung von weit mehr als 1000 Fans freuen, was sich schon in der Halbfinal-Partie gegen den ERC Sonthofen positiv bemerkbar machte. Und Christian Dietrich freut sich auf eine stimmungsgewaltige Kulisse. Ebenso, dass beim ersten Auswärtsspiel im Dorfener Dr. Rudolf Stadion am Volksfestplatz knapp 120 mitgereiste Schlachtenbummlerinnen und Schlachtenbummler für lautstarke Stimmung sorgten. „Das war wirklich, wirklich sehr schön und eine tolle Atmosphäre“, sagt er und hofft gleichzeitig auf einer Wiederholung am Sonntagabend, wenn in Spiel 3 (wieder 17.15 Uhr) möglicherweise – im besten Falle zugunsten der Hawks – eine Vorentscheidung fällt. Möglich ist aber auch schon die Entscheidung, wenn die Hawks am Freitagabend trotz des weit verbreiteten Optimismus erneut leer ausgehen.
Doch eine Tatsache bleibt: Der ESC Dorfen ist vorerst weiterhin die beste Landesliga-Mannschaft der Saison 2025/20026. Inklusive der souveränen Vorrunde in der Gruppe B gewannen die Eispiraten 31 ihrer bislang 34 Partien. Lediglich zwei Mal unterlagen sie in der Verlängerung (davon einmal bei den Hawks, einmal zu Hause gegen Aufsteiger Mitterteich) und kassierten eine „echte“ Auswärtsniederlage: bei den Stiftland Dragons in Mitterteich gab es eine deftige 7:1-Klatsche. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie die Vorrundenmeisterschaft allerdings bereits unter Dach und Fach, sodass Trainer Tobias Brenninger lediglich zehn Feldspieler ins Rennen schickte und allen Topscorern eine Auszeit gönnte. Sie erneut zu schlagen und letztlich aus dem Final-Rennen zu werfen, würde einer super Hawks-Saison im wahrsten Sinn des Wortes die Krone aufsetzen.
Text und Bild: Ralf Naumann