Hawks setzen sich gegen Germering durch und freuen sich auf Sonthofen
Siegen oder Fliegen? Die Hawks des ESC Haßfurt entschieden sich am Sonntagabend für Ersteres. Sie gewannen das dritte Playoff-Viertelfinale in der Eishockeylandesliga gegen die Germering Wanderers sage und schreibe mit 10:1. Dabei verloren sie zwei Tage zuvor nach einer ganz miserablen Leistung bei den Oberbayern noch mit 6:2, sodass nach dem Auftaktsieg in der „Best-of-3“-Serie überhaupt erst ein Entscheidungsspiel notwendig wurde.
Tatsache ist: Binnen 48 Stunden drehten die Hawks ihr Leistungsbarometer von „grottenschlecht“ auf „einfach nur spitze“, denn die Mannschaft, lobte Sportvorstand Frank Terhar, habe „heute eine Topleistung gezeigt. Sie hat sich ganz anders präsentiert als am Freitag.“ Dementsprechend unterschiedlich die Gefühlslage beim Haßfurter Trainer Milan Mazanec, der in der Pressekonferenz nach dem Kantersieg bereits wieder zum Scherzen aufgelegt war und sich dabei einzig über die Leistung der Unparteiischen ärgerte. „Ich habe das Spiel gesehen. Leider haben die Schiedsrichter das Spiel nicht gesehen“, so der 59-Jährige angesichts einiger aus seiner Sicht zumindest fragwürdiger Entscheidungen. Doch egal: Mit dem Sieg, sowie vor allem der Art und Weise, mit der die Hawks von der ersten Sekunde an aufgetreten sind als am Freitag – mit einer völlig anderen Körpersprache, viel Körper, Laufbereitschaft, Wille – war Mazanec sehr zufrieden. Warum es wieder geklappt hat? „Ich weiß es nicht. Vielleicht, weil ich gestern Abend in der Kirche war“, scherzte der Tscheche, der nach der klaren Niederlage in Germering sehr geknickt war, obwohl „die Voraussetzungen bestens“ waren.
„Wir haben schlecht gespielt. Unter unserem Niveau. Wir waren schwach in Zweikämpfen, schwach mit der Scheibe, haben meistens schlechte Entscheidungen getroffen“, machte er aus seiner Enttäuschung keinen Hehl. „Keiner, aber wirklich kein Spieler hat über seinen Durchschnitt gespielt.“
Seine Gebete beim Gottesdienstbesuch haben auf alle Fälle geholfen. Die verständlicherweise skeptischen 623 Fans erlebten den besten Auftritt im Stadion Am Großen Anger seit langem, in dem die Hawks bereits nach sieben Minuten, als es 4:0 stand, die Tür für das Playoff-Halbfinale weit aufgestoßen hatten. Bis zum Ende des zweiten Drittels kamen dann drei weitere Treffer dazu, ehe die bis dato chancenlosen Wanderers nach dem 8:0 zu Beginn des Schlussabschnittes (Torschütze für Haßfurt diesmal war Jan Zedek, 46.) ihren „Ehrentreffer“ zum 8:1 erzielten und somit dem bravourös haltenden Max Schmidt den möglichen Shutout vermiesten.
Fazit: neun verschiedene Torschützen sorgten in einer atemberaubenden Partie für einen zweistelligen Kantersieg der Hawks und den Einzug ins Playoff-Halbfinale – gegen den ERC Sonthofen 99. „Darauf sind wir stolz, dass wir eine Runde weitergekommen sind“, freute sich Frank Terhar.
Die erste Partie steigt am kommenden Freitagabend (20 Uhr) bei den Oberallgäuern, am Sonntag um 18.30 Uhr findet dann in Haßfurt das Rückspiel statt.
Eishockey, Landesliga Playoff-Viertelfinale
Germering Wanderers – ESC Haßfurt 6:2 (2:1, 0:0, 4:1)
Tore: 1:0 (13.) Markus Kerber (Michael Fischer, Marco Göttle) 5-4, 2:0 (13.) Lennart Guttenthaler, 2:1 (14.) Tomas Pribyl (Leon Hartl), 3:1 (53.) Manuel Winkler (Dennis Sturm, Fischer), 4:1 (53.) Louis Kolb, 4:2 (55.) Filip Strombach (Jan Zedek, Christian Dietrich), 5:2 (58.) Winkler (Sturm, Fischer), 6:2 (60.) Guttenthaler (Fischer). Schiedsrichter: M. Fischer/A. Saal (S. Bolz/T. Steinle). Zuschauende: 335. Strafminuten: 11/8.
ESC Haßfurt – Germering Wanderers 10:1 (4:0, 3:0, 3:1)
Tore: 1:0 (1.) Vaclav Adamec (Filip Strombach), 2:0 (2.) Marco Terhar (Strombach, Adamec), 3:0 (4.) Michael Breyer (Tomas Pribyl, Jan Zedek), 4:0 (7.) Adam Zizka (Adamec, Terhar), 5:0 (29.) Strombach (Adamec, Pribyl) 4-5, 6:0 (35.) Strombach (Pribyl) 5-4, 7:0 (40.) Pribyl (Zedek, Adamec), 8:0 (46.) Zedek (Adamec) 5-3, 8:1 (52.) Daniel Menge (Konstantin Kolb, Michael Dorfner) 4-5, 9:1 (54.) Michael Stach, 10:1 (59.) Pascal Marx (Adamec). Schiedsrichter: L. Knapp/O. Engmann (D. Worotnikow/M. Gerth). Zuschauende: 623. Strafminuten: 18/33.
Text und Bilder: Ralf Naumann