Disziplin und effektives Überzahlspiel sind die Schlüssel fürs Weiterkommen
Sie haben die erste Runde erfolgreich und zudem schnellstmöglich gemeistert, denn im Eishockeylandesliga Playoff-Achtelfinale benötigten die Haßfurt Hawks nur zwei Spiele, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Doch gegen den EV Ravensburg 1b musste sich der Favorit zwei Mal mächtig ins Zeug legen, um im Heimspiel mit 5:2 zu siegen sowie im Rückspiel in der Ravensburger CHG-Arena mit 5:1 die Oberhand zu behalten. Es hört sich jedenfalls klarer an, als es jeweils war.
Wer dachte, der Vorrunden-Tabellensiebte der Gruppe A wäre ein leichtes „Opfer“, sah sich schon beim ersten Aufeinandertreffen getäuscht. „Wir waren etwas verkrampft, gerade im ersten Drittel“, räumte auch Tomas Pribyl nach der Schlusssirene ein. „Ja, so ist halt das erste Spiel in der ersten Runde. Wir haben die zu viel spielen lassen und unsere Tore nicht gemacht“. Recht hat der junge Abwehrchef der Hawks, der nicht nur aufgrund seines Abschusstreffers zum 5:2-Endstand zum „Spieler des Tages“ gewählt wurde. Zwar hatten er und seine Teamkollegen – die Hawks konnten sozusagen mit „voller Kapelle“ antreten – zahlreiche Möglichkeiten. Zählbares sprang aber nicht heraus. Erst neun Minuten vor dem Ende beim Spielstand von 2:2 nutzte Michael Breyer eine Überzahlsituation, um seine Mannschaft zum dritten Mal in Führung zu bringen (51.). Und anders als zwei Mal zuvor antworteten die Ravensburger nicht mit dem erneuten Ausgleich. Nein, vielmehr traf Topscorer Vaclav Adamec exakt 3:55 Minuten vor der Schlusssirene zum umjubelten Zweitore-Vorsprung – gleichbedeutend mit der Vorentscheidung. Sein tschechischer Landsmann Tomas Pribyl beseitigte mit dem 5:2 letztlich alle Zweifel und lobte nochmals den Gegner: „Die waren gut drauf“, so der 26-Jährige.
ESC Haßfurt – EV Ravensburg 1b 5:2 (0:0, 1:1, 4:1)
Tore: 1:0 (27.) Filip Strombach (Vaclav Adamec, Leon Hartl), 1:1 (40.) Ilja Katjuschenko, 2:1 (42.) Mark Meier (Pascal Marx, Michael Breyer), 2:2 (47.) Philipp Heckenberger (Georg Lagoda), 3:2 (Breyer (Adamec, Tomas Pribyl) 5-4, 4:2 (57.) Adamec (Michael Stach), 5:2 (58.) Pribyl. Schiedsrichter: R. Witmann/M. Engelhardt (M. Gerth/J. Menhorn). Zuschauende: 544. Strafminuten: 4/10.
Ebenso im Rückspiel am Sonntagabend, wie Christian Dietrich einräumte. „Das war wieder ein hartes Stück Arbeit“, zeigte sich der ESC-Kapitän deshalb sehr erleichtert über den Auswärtserfolg, der auch der Undiszipliniertheit der Hausherren geschuldet war. „Die haben Fouls gemacht, die sehr, sehr grenzwertig waren“, überschritten die Ravensburger die laut Dietrich gewünschte „gesunde Härte“ („die gehört zu den Playoffs einfach dazu“) zahlreich und kassierten dafür insgesamt 41 Strafminuten – darunter eine Spieldauerstrafe gegen Daniel Kern (32.). „So unfair, wie die gespielt haben, das ist einfach nur schädigend für die weitere Runde. Die waren nur noch auf Zerstörung aus.“ Zumindest hat sich die Mannschaft von EVR-Cheftrainer Martin Wenter mit ihrer harten Spielweise keinen Gefallen getan. Im Gegenteil: Sie kassierte in teilweise doppelter Unterzahl gleich vier Treffer gegen äußerst effektive Hawks: Vaclav Adamec (2), Tomas Pribyl und Jan Zedek trafen jeweils bei eigener Überzahl. „Erwartet schweres Spiel. Mit der Härte von Ravensburg sind wir teilweise nicht zurechtgekommen. Unser Überzahlspiel war heute der Schlüssel zum Erfolg“, bilanzierte Sportvorstand Frank Terhar.
EV Ravensburg 1b – ESC Haßfurt 1:5 (1:1, 0:2, 0:2)
Tore: 1:0 (3.) Robin Böhm (Johann Katjuschenko, Steffen Kirsch), 1:1 (12.) Jano Krimmel (Vaclav Adamec), 1:2 (34.) Adamec (Tomas Pribyl, Jan Zedek) 4-5, 1:3 (39.) Pribyl (Adamec, Zedek) 3-5, 1:4 (45.) Zedek (Pribyl) 3-5, 1:5 (53.) Adamec (Zedek, Pribyl) 4-5. Schiedsrichter: D. Gmeiner (F. Gemeinder/D. Schniepp). Zuschauende: 185. Strafminuten: 21+20/8.
Hawks-Gegner im Viertelfinale ist der EV Germering, der sich mit 2:0-Siegen gegen den ESV Waldkirchen durchgesetzt hat. Das Heimspiel steigt am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr.
Text und Bilder: Ralf Naumann