Hawks erfüllen sich gegen Sonthofen den Traum vom Finale
„Zu keiner Sekunde“. So das selbst auferlegte Motto der Haßfurt Hawks vor den Partien. Aufgeben, „egal wie der Spielstand auch sein mag“, solle es laut Angreifer Michael Breyer in den Playoff-Halbfinals mit dem ERC Sonthofen nicht geben. Und auch die Zeit spiele keine Rolle.
Mit großer Wahrscheinlichkeit gelang ihm mit seinen Teamkollegen auch deshalb im Hinspiel am Freitagabend nach 2:0-Rückstand eine irre Last-Minute-Aufholjagd mit zwei Toren in der Schlussminute. Und in der Verlängerung der immens wichtige 2:3-Sieg durch Vaclav Adamec, womit die Türe für die Zugabe im Heimspiel schon ein großes Stück aufgerissen wurde. Weil die Mannschaft um Trainer Milan Mazanec („wir haben geduldig und konsequent gespielt“) nach dieser Steilvorlage zwei Tage später die Oberallgäuer vor knapp 1000 restlos begeisterten Heimfans im Stadion Am Großen Anger dann souverän mit 7:3 in die Knie zwang, steht sie nun vorzeitig im „Finaaaale“ – so sangen es die Fans schon Minuten vor dem Abpfiff – um die bayerische Eishockeylandesligameisterschaft der Saison 2025/2026. Gegner ist der ESC Dorfen, der den EV Pegnitz ebenfalls in zwei Spielen ausschaltete.
Doch um besser zu verstehen, wie der nicht mehr für möglich gehaltene Sieg in Sonthofen in allerletzte Minute doch noch Wirklichkeit wurde und somit die Weichenstellung für Sieg Nummer 2 am Sonntagabend erst möglich wurde, sind die unmittelbaren Gedanken von Michael Breyer sehr hilfreich. Er selbst markierte beim Spielstand von 2:0 für die Hausherren (der Kanadier Lynnden Pastachak hatte sein zweites Tor für Sonthofen erst nach exakt 58:05 Minuten erzielt) 42 Sekunden vor der Schlusssirene zumindest den längst überfälligen Anschlusstreffer. Dann eine Haßfurter Auszeit, während Nicolas Hetzel sein Tor für einen weiteren Feldspieler räumte: „Wir wussten, dass wir mindestens noch eine Chance bekommen. Dass es dann mit einem gewonnen Bullygewinn über mich beziehungsweise Pass von Vaclav (Adamec) auf Jan (Zedek) passiert, welcher uns letztlich mit einem Schuss durch Freund und Feind hindurch belohnt, kann man vielleicht nur mit dem Wort ‚Mentalitätsmonster‘ zusammenfassen. Als wir in der Verlängerung dann durch Vaclav den Deckel drauf machen, bin ich unglaublich stolz auf die Mannschaft und die Entwicklung, die sich durchmacht. Sekunden später weiß ich, dass dieser Teil-Schritt jeder richtig einordnen kann, denn noch auf dem Eis fallen die Worte „Sonntag geht es weiter“. Insgesamt ein wahnsinniger Eishockeyabend mit dem richtigen Ende für uns“, brachte Breyer einen denkwürdigen Eishockey-Playoff-Krimi-Abend auf den Punkt.
„Wir wollen dieses Spiel heute gewinnen“, peitschte Stadionsprecher Herbert Graser die Fans derweil vor dem Eröffnungsbully im zweiten Aufeinandertreffen an. Und tatsächlich, die Hawks erfüllten den Fans (und natürlich sich selbst) diesen Wunsch in perfekter Art und Weise. In einem ebenso qualitativ hochwertigen und packenden Halbfinalspiel hatten sie am Ende hochverdient mit 7:3 die Nase vorn. Michael Stach, der zwei Treffer zum Finaleinzug beitrug und stellvertretend für die gesamte herausragende Mannschaft zum „Spieler des Abends“ gewählt wurde, fasste zusammen: „Jeder von uns hat heute wieder 150, 160 Prozent gegeben. Alle haben füreinander gekämpft. Und jetzt stehen wir da, wo wir stehen wollten.“
ERC Sonthofen – ESC Haßfurt 2:3 n. V. (0:0, 0:0, 2:2, 0:1)
Tore: 1:0 (45.) Lynnden Pastachak (Adam Suchomer) 2:0 (59.) Pastachak 5-4, 2:1 (60.) Michael Breyer (Vaclav Adamec, Jan Zedek), 2:2 (60.) Zedek (Adamec, Breyer), 2:3 (62.) Adamec (Filip Strombach). Schiedsrichter: A. Römer/D. Gmeinder (F. Gmeinder/L. Gutsche). Zuschauende: 1400. Strafminuten: 6/12.
ESC Haßfurt – ERC Sonthofen 7:3 (1:0, 3:1, 3:2)
Tore: 1:0 (9.) Adam Zizka (Filip Strombach), 1:1 (23.) Pastachak (Clemens Löhr, Suchomer), 2:1 (34.) Michael Stach (Zedek, Breyer), 3:1 (36.) Mark Meier (Breyer, Michael Stach), 4:1 (38.) Stach (Breyer, Meier) 5:1 (44.) Strombach (Adamec, Tomas Pribyl), 6:1 (54.) Pribyl (Meier, Zedek) 4-5, 6:2 (54.) Robin Berger (Dan Przybyla), 6:3 (57.) Marc Sill (Pastachak), 7:3 (58.) Strombach (Adamec, Breyer). Schiedsrichter: P. Sintenis/O. Engmann (J. Mehdorn/D. Beigel). Zuschauende: 928. Strafminuten: 12/12.
Das erste Endspiel im Modus „Best-of-5“ findet am kommenden Sonntag, 22. März, in Dorfen statt. Heimrecht haben die die Hawks dann erstmals am Freitag, 27. März (19.30 Uhr).
Text und Bilder: Ralf Naumann